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Superintendent Andreas Kühne-Glaser zur Corona-Krise (Update 18.03.20)

|   KK News

und den Konsequenzen für das kirchliche Leben

Liebe Mitbürger*innen,
liebe Menschen im christlichen Glauben,

Das Corona-Virus hat unsere Welt im Griff und wir versuchen auch hier in Deutschland in diesen Wochen auf zwei Dinge zu achten:

  1. Damit unsere Gesundheitssystem nicht durch weiter schnell ansteigenden Infektionszahlen überfordert wird, braucht es eine deutliche Reduzierung aller Kontakte- und Kontaktmöglichkeiten unter den Menschen, damit das Virus sich möglichst langsam verbreitet.
  2. Das Virus kann vor allem bei älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen (geschwächtes Immunsystem) zu schweren Krankheitsverläufen bzw. zum Tod führen. Besonders sie müssen darum in ihren Kontakten zu anderen Menschen geschützt werden.

Unsere hannoversche Landeskirche gibt Empfehlungen an ihre Kirchengemeinden und Einrichtungen, wie sie unter diesen Bedingungen mit ihrem Auftrag bzw. ihrem Dienst am Nächsten umgehen können und sollen. Diese Empfehlungen werden ständig aktualisiert.
Sie finden Sie unter dem folgenden Link: Kirchliches Leben in ei#14E2049

Diese Empfehlungen richten sich nach den Weisungen des Staates bzw. der Gesundheitsämter, denen zu folgen auch wir verpflichtet sind. Wir unterstützen aus den oben genannten Gründen diese Fürsorgemaßnahmen und Eingriffe in unser gesellschaftliches Leben.
Zugleich schmerzt es uns sehr, dass wir in diesen Wochen etwas tun müssen, was völlig unserem christlichen Auftrag widerspricht: Wir müssen bis auf wenige Ausnahme-situationen den direkten Kontakt zu und unter den Menschen vermeiden und unsere Kirchen und Hilfseinrichtungen für den Publikumsverkehr schließen. Dabei haben wir doch gerade jetzt in dieser Notzeit den Wunsch, für die Menschen da zu sein und ihnen Hilfe anzubieten, und sei es einfach durch das Offenhalten unserer Gotteshäuser. Aber selbst Letzteres ist gerade nicht möglich.

 

Wir sind sehr gefordert, neue Wege zu finden, den Menschen nahe zu sein und Ihnen trotz dieser großen Einschränkung in der Kommunikation und Begegnung Unterstützung, Trost und Hilfe zu geben. Wie viele andere auch, werden wir uns dabei - neben Telefon und E-Mail - besonders auf die Möglichkeiten des Internets und der sozialen Netzwerke stützen.

Hier und da werden uns auch unsere Kirchenglocken helfen, wenn es darum geht, Menschen an ihren Orten vor die Häuser zu holen und sie z.B. zum Gebet oder zum Singen zusammen zu führen.

 

Wir werden u.a. in den nächsten Wochen auf dieser Kirchenkreisseite Andachten und geistliche Impulse veröffentlichen. Auch die Kirchengemeinden werden über ihre Homepages und Netzwerke nach Möglichkeiten suchen, Menschen im Geist Gottes im virtuellen und realen Raum zu verbinden.

 

Ich bin sehr dankbar, wie die allermeisten Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft zur Zeit die Krise managen. Ebenso dankbar bin ich für alle Menschen, die im medizinischen Bereich arbeiten und natürlich für alle, die die Grundfunktionen des gesellschaftlichen Lebens aufrecht halten und uns unter anderem mit Ordnung, Sicherheit und Lebensmitteln versorgen. Es ist auch ein Zeichen für die Stärke unserer Demokratie und gegen Populismus.

 

Mir hilft die Vorstellung im Kopf, ich wäre selbst infiziert. Wie würde ich dann mit den Menschen umgehen, denen ich begegne? Und wie weit würde ich von mir aus den Kontakt einschränken, um ihnen nicht zu schaden? Wie sehr bin ich selbst bereit Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen?

 

Es gibt Menschen, die alle augenblicklichen Maßnahmen für übertrieben halten. Ich setze ihnen dann immer entgegen, was sich in Norditalien ereignet hat. Ärzte mussten beim übergroßen Andrang von schwer Erkranken in den Kliniken entscheiden, wer an die nicht ausreichend vorhandenen Beatmungsgeräte angeschlossen werden sollte, und wer nicht. 

 

Wir müssen alles tun, damit es in Deutschland nicht zu solchen Situationen kommt

und dass vor allem die Menschen geschützt werden, die für einen schweren Krankheitsverlauf besonders gefährdet sind!

 

Gott will und wird uns in diesen Zeiten nahe sein.

Seien Sie ihm befohlen!

 

Andreas Kühne-Glaser

Superintendent des Ev.-luth. Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg

 

 

 

 

 

 

 

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