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Für Herz, Geist und Seele

während der Corona-Krise

Videogottesdienst zum Sonntag Jubilate

mit Superintendent Andreas Kühne-Glaser

Andacht zum Sonntag Jubilate

von Pastor Roland Ressmann

Andacht zum 3. Sonntag nach Ostern Jubilate Johannes 15,1-8, P. R. R. Ressmann

 

Begrüßung:

 Die Glocken läuten - wir halten inne - feiern Gottesdienst, beten und danken, nehmen die Welt in den Blick. Blicken zu Gott. Überwiegen in diesen Tagen die Klage und die Sorge oder ist da auch der Dank, der erwächst, weil wir Gutes erfahren durch …?! In der Krise Gutes und Freude erfahren, in sich hineinhorchen. Keine verordnete Freude, vielleicht eher ein stiller Dank für… Dieser Sonntag heißt Jubilate. Jubelsonntag. Und so heißt er schon sehr lange. Durch wechselvolle Zeiten hindurch. Kriegszeiten, Zeiten der Not und Krankheit, Krisenzeiten… unter uns und in unserer Welt. Der Mai ist da: Frühling, es lebt und blüht auf. Leben dringt ans Licht. Ein Hoffnungszeichen der Schöpfung. Im Wochenspruch aus 2. Korinther 5,17 ruft Paulus uns auch einen anderen Frühling zu: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur geworden; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Gott schenke uns mitten in der Traurigkeit, mitten in Krisenzeiten österliche Momente der Freude und der Hoffnung. Wir feiern Gottesdienst im Namen Gottes, der Himmel und Erde geschaffen hat. Im Namen Jesu, dem wir nachfolgen. Im Namen des Heiligen Geistes, der uns Mut macht zum Glauben und zur Hoffnung. Amen

Gebet:

 Himmlischer Vater, wir danken dir für Momente der Ruhe, dafür, dass wir uns an Schönem erfreuen dürfen, dass wir Belastendes ablegen dürfen. Du weißt, was wir in der vergangenen Woche erlebt haben, all das Schöne und all das Schwere. Gib uns Kraft für unseren Alltag. Dir sagen wir, was unser Herz bewegt… Sprich zu uns, erneuere uns, erfülle uns mit Mut und Lebendigkeit. Das bitten wir im Namen deines Sohnes, dem Weinstock, an dem wir bleiben wollen, heute und in Ewigkeit. Amen

 

Lied: EG 503 „Geh aus mein Herz“ (Evangelisches Gesangbuch) singen oder sprechenOrgelspiel: Christina Ziegler, Aufnahme: E. Arndt, Orgel St. Aegidienkirche/Hülsede

 

 „Geh aus mein Herz“, ist eine Aufforderung. Paul Gerhard hat diese Strophen in dem wohl bekanntesten geistlichen Volkslied gedichtet. Die Natur ist eine Art „Spiegel“, in dem man etwas (neu)entdecken kann. Paul Gerhardt war 46 Jahre alt, als er den Text im Jahr 1653, wenige Jahre nach dem Ende des 30jährigen Krieges, dichtete. Die heitere, erst 150 Jahre später entstandene Melodie, hat uns der Komponist August Harder geschenkt. Wer etwas entdecken will, muss hinausgehen. Wer etwas entdecken will, muss sich aufmachen. Wer zu Hause bleibt, entdeckt nichts, zumindest nichts Neues. Das gilt auch geistlich. Es gilt auch für das Herz: „Geh aus, mein Herz.Mach dich auf.“ Das ist ein guter Rat. Geh hinaus aus deiner Enge in die Weite der Natur. „Schau an“ und „Sieh“ verbindet uns mit unseren Mitgeschöpfen und dem Schöpfer selbst, von dem in 1. Mose 1,34 erzählt wird: „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“. Heute sehen wir, dass Gottes Schöpfung durch uns Menschen gefährdet ist. Wir stehen an einem Scheideweg. Es gilt, die richtigen Schlüsse aus dem was wir sehen zu ziehen. Dieses Lied ist eine Einladung zum genauen Hinschauen, nicht zum Weggucken.

1.Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben, sich ausgeschmücket haben.

2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide, als Salomonis Seide.

8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen, aus meinem Herzen rinnen.

13. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, dass ich dir stetig blühe; gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe, viel Glaubensfrüchte ziehe.

 

Evangelium des Sonntages: Johannes 15,1 - 8 (Basisbibel) Jesus sagte: „Ich bin der wahre Weinstock. Mein Vater ist der Weinbauer. Er entfernt jede Rebe an mir, die keine Frucht trägt. Und er reinigt jede Rebe, die Frucht trägt, damit sie noch mehr Frucht bringt.  Ihr seid schon rein geworden durch das Wort, das ich euch verkündet habe. Bleibt mit mir verbunden, dann bleibe auch ich mit euch verbunden. Eine Rebe kann aus sich selbst heraus keine Frucht tragen. Dazu muss sie mit dem Weinstock verbunden bleiben. So könnt auch ihr keine Frucht tragen, wenn ihr nicht mit mir verbunden bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts erreichen. Wer nicht mit mir verbunden bleibt, wird weggeworfen wie eine abgeschnittene Rebe und vertrocknet. Man sammelt das Abgeschnittene ein und wirft es ins Feuer, wo die Rebe verbrennt. Wenn ihr mit mir verbunden bleibt und meine Worte im Innersten bewahrt, dann gilt: Was immer ihr wollt, darum bittet - und eure Bitte wird erfüllt werden. Die Herrlichkeit meines Vaters wird darin sichtbar, dass ihr viel Frucht bringt und euch als meine Jünger erweist.“

 

Liebe sonntägliche Gemeinde im Mai, liebe Leserinnen und Leser, nah und fern,

 „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus…“ Dieses Volkslied kennen die Alten unter uns noch und wer es nicht kennt, erlebt es trotz Corona Krise. Da blüht etwas auf. Knospen springen auf, Blüten zeigen ihre Farben, Tage sind länger. Jedes Jahr im Frühling: der Aufstand des Lebens. Wenn man nicht gerade Pollenallergiker ist, übt das Frühlingserwachen eine große Faszination auf Menschen aus. Wir haben als Familie viele Jahre in Namibia in einem trockenen Land - Land der Namib - und der Kalahariwüste - gelebt. Ein semiarides Land, d.h. mehr Wasser verdunstet als Regen nachkommt. Ein Land, das immer wieder „Dürrezeiten“ kennt - auch Regenbittgottesdienste - in dem Wasser und Regen alles bedeuten und über wirtschaftliche Existenzen entscheiden… Ein Land mit schroffen Gegensätzen, ein Land, in dem man oft genauer hinschauen muss… Regen, Feuchtigkeit, über Nacht blüht etwas auf. Wunder des Lebens, mitten in Kargheit, Trockenheit und Weite. Zurück in Deutschland in alten Pfarrhäusern in Lüthorst und in Lauenau freuen wir uns über unseren jeweiligen Garten, unsere kleinen Oasen im Alltag oder am Wochenende. „Unkraut hat jetzt keine Chance“ und „mein Garten sah noch nie so gut aus wie in Zeiten von Corona“, höre ich um mich herum. Es ist in der Tat eine große Freude, ein Stück Garten zu haben, es ist gut auch in der Krise nach draußen gehen zu dürfen. Gartenarbeit, Bewegung, Spaziergänge im Deister. Freude an dem, was gerade so (auf)blüht: Das tut der Seele gut. Seit letztem Jahr bin ich stolzer „Weinbauer.“ OK, das ist ein wenig übertrieben, aber ich habe zwei Weinstöcke, die im vergangenen Herbst genießbare Trauben hervorgebracht haben. Auch in diesen Tagen sind an den Stöcken wieder viele frische Triebe ausgeschlagen. Ich bin sicherlich kein Experte für Garten, schon gar nicht für Weinanbau. Aber das weiß ich: Der Boden ist wichtig, genauso wie der Schnitt, der Wechsel von Sonne und Regen, überhaupt die Pflege, auch gibt es für meine Pflanzen von Zeit zu Zeit immer wieder ein gutes Wort… Wer Wein genießen will, muss sich gedulden. Hast verträgt der Weinanbau nicht. Ein Garten ist nicht nur Mühe und Last, sondern für mich auch ein Privileg, täglicher Grund der Freude und des Staunens. Und es braucht Geduld!

 „Ich bin der wahre Weinstock. Mein Vater ist der Weinbauer“, so beginnt unser Predigttext und lenkt unseren Blick auf einen besonderen Garten. Einen Garten, mit einer der ältesten bekanntesten Kulturpflanzen, dem Weinstock. Die biblische Sprache kennt starke Bilder, Beispiele für Gott, Gerüche, scheinbare Randnotizen, Alltagsmomente, auch den Geschmack von Wein auf der Zunge. Für seine Predigt hat Jesus Bilder des Alltags benutzt. Schafherden, Bäume, Weizenfelder, reife Trauben im Weinberg… Was für lebendige und alltagstaugliche Bilder würde er heute benutzen? Sicherlich und zuallererst das Handy, die Netzwerke, der richtige Akkustecker, die Powerbox, die sozialen Medien…Beziehungspflege über Facebook, WhatsApp… Keine Energie, auch kein Netzwerk, um eine Verbindung zu bekommen oder zu halten. Ein Handy ohne Akku, ein Handy, das nicht regelmäßig aufgeladen wird ist nutzlos, da keine Kommunikation möglich ist. Ohne Netzwerkverbindung, ohne „Balken“ im Display sind wir mit unserem Handy von der Welt abgetrennt wie abgeschnittene Weinreben, vom Stock. Es geht in Jesu Rede um eine überlebenswichtige Verbindung nach „oben.“ Es geht um bleiben oder gehen…also Kontakt halten oder nicht. Es geht aber auch um eine Art Positionsbestimmung: Wer oder was ist wichtig im Leben und auf wen kann ich mich verlassen? Unser Predigttext ist ein Teil einer großen Abschiedsrede Jesu (Johannes 13,31-16,33), in der er Menschen auf seinen Abschied vorbereitet. Wie sagt man das Schwere leicht(er). Auf jeden Fall lockt und tröstet das „in Verbindung bleiben.“

 Nein, ich bin kein Weinsommelier. Ich weiß aber, welcher Wein mir schmeckt und auch welche Menge mir guttut. In der Bibel ist ganz häufig vom „Wein“ die Rede. Gott im Bild gesprochen als Gärtner und „Israel“ als sein ganz besonderer Weinberg. Wein als Zeichen der Lebensfreude und Fülle. In einem Psalm (Ps 104, 15) rühmt der Beter Gott für den „Wein, der das Herz des Menschen erfreut“. Auf einer Hochzeit in Kana (Johannes 2) bewahrt Jesu die Gastgeber vor einer großen Verlegenheit. Selbst eingeladen, verwandelt er Wasser zu besten Wein. Das Fest kann schließlich fröhlich weitergefeiert werden. So ist „Wein“ Ausdruck der besonderen Lebensfreude, der Geselligkeit, des genießen Könnens. Wein als ein edles landwirtschaftliches Produkt ist die „Krone eines Gartens.“ Zeichen der Hoffnung, das Gott es gut mit uns meint. Die Reben des Weinstockes werden für uns zu einem „besonderen Saft“, zum „Kelch des Heils“, immer dann, wenn wir zeichenhaft in Erinnerung an Jesu letztes Mahl heute Abendmahl feiern.

 Auch wenn wir keine Weinbauern sind erleben wir uns täglich in der Rolle eines „Gärtners.“ Wir stehen in Beziehungen zu Menschen, wissen was guttut oder auch nicht. Räumen Steine aus dem Weg, beackern den Boden von verschiedenen Beziehungen: Merken dabei, wie anspruchsvoll es ist, sie zu pflegen, wieviel Sorgfalt sie verlangen, wie zerbrechlich sie sind. Gerade jetzt, wo so viel auf unseren häuslichen Bereich entfällt und unsere Freiheiten eingeschränkt sind. Wir vermissen Menschen, sehen aber, dass die „Frucht aufgeht“, sich Menschen an uns erinnern, Hilfe angeboten wird, gute Worte uns erreichen…wir uns auf Menschen verlassen können. Das Bild vom Weinstock ist einer der großen biblischen Texte. Das Bild aus der Landwirtschat versteht jeder, auch die Übertragung kann verstanden werden. Beziehung(en) machen auch Mühe. Wo Liebe und Beziehung nicht gepflegt wird, verkümmert sie und verliert sich. „Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht. …Wenn ihr mit mir verbunden bleibt und meine Worte im Innersten bewahrt, dann gilt: Was immer ihr wollt, darum bittet - und eure Bitte wird erfüllt werden. Die Herrlichkeit meines Vaters wird darin sichtbar, dass ihr viel Frucht bringt und euch als meine Jünger erweist.“

 Liebe sonntägliche Gemeinde, jede Gemeinschaft braucht verlässliche Menschen, die mit Überzeugung, Verantwortung, Einsatz, Ideen, Zeit - auch mit Geld - dabei sind, in normalen Zeiten wie in Krisen und danach die Stange halten. Menschen, die nicht immer gleich nach dem fragen „was habe ich davon, was bringt mir das oder was bekomme ich für…“, sondern sich auch davon leiten lassen, was andere Menschen nötig haben und gerade brauchen. Wir leben als Kirchen in Deutschland davon, dass Menschen ihre Kirchensteuer zahlen, sich als Teil einer Solidargemeinschaft verstehen, Spenden, Kollekten geben, Gaben und Geld verschenken. Nur so können auch wir unseren „Laden am Laufen“ halten. Nur so können wir Diakonie, kirchliche Entwicklungshilfe und Verantwortung für die Welt… gerecht werden. Für mich ist Gemeinschaft etwas ganz Kostbares, aber auch wie ein Garten, der gepflegt werden muss. Ich persönlich kann nicht nur virtuell ins Netz abtauchen, ich muss Menschen aus der Nähe erleben, auch zukünftig wieder. Ich brauche Menschen auf der Straße, in Geschäften, auf Hochzeiten, in Gottesdiensten, auch bei Abschieden auf unseren Friedhöfen… Ich ziehe es vor, Menschen in die Augen zu schauen. In Zeiten der Vereinzelung merken wir ganz besonders wie groß die Kraftquelle von Gemeinschaft, ja von Beziehung(en) ist. Wie gut es ist, zu reden, gemeinsam zu lachen und zu trauern, sich zu stützen, zu ermutigen, zu beten. Kirche als Gemeinschaft, die mich aufbaut und stärkt, mir guttut.

 Christus als Weinstock, Gott als segnender Weinbauer. Mir gefällt dieses Bild. Martin Luther King schreibt: „Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte, so wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große, segnende Kraft gibt, die Gott heißt. Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen. Er kann das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln.“ Christi Gegenwart verbindet uns und führt uns durch die Zeit. Da wächst mir eine Kraft zu. Sie schöpft aus den Wurzeln und streckt sich nach dem Himmel und treibt Früchte der Hoffnung aus. Dabei kommt es nicht auf meine Anstrengung, auf meinen Glauben an, nur auf mein „Bleiben.“ Der tägliche Lebensstrom des Glaubens fließt - wie die Energie einer Pflanze, von der Wurzel zur Frucht - wenn „wir in ihm bleiben und er in uns“. Bleibt in mir. Ich bleibe bei euch. Freuet euch. Jubilare: Wir leben, weil wir an einer „besonderen Lebensader“ hängen. Amen

Fürbitte und Vaterunser…

 Gott, Schöpfer des Lebens, es ist gut ein Zuhause zu haben, Menschen, die da sind, die bleiben, wenn andere müde geworden oder gehen. Wir danken dir für Menschen, die Verantwortung übernehmen, in Politik, Gesellschafft, in Kirchen und hilf uns selbst, Verantwortung zu übernehmen. Lass ihr Handeln zum Wohle aller gute Früchte unter uns bringen. Früchte der Gerechtigkeit, der Versöhnung und des Friedens. Wehre den Kriegen in der Welt, aus denen soviel Leid erwächst. Schärfe unser Gewissen und das derjenigen die Macht haben, gebiete den Skrupellosen Einhalt. Wir beten für die durch Krankheit oder Flucht Entwurzelten, schenke Heilung und Hoffnung auf Heimat. Schenke uns und unserer Welt einen Ausweg aus der Corona Krise. Schenke Genesung und Zukunft. Wir denken an alle, die in diesen Zeiten erschöpft sind, an die Grenzen ihrer Kraft kommen. Schenke neue Kraft und Trost. Gib unseren Kranken und den Pflegenden Hilfe und Zuversicht auf bessere Tage. Wir denken an die Sterbenden. An die Trauernden. In Krankenhäusern, Lagern, auf dem Meer. An die, die versuchen, für sie zu sorgen. Wir nennen dir was unser Herz unruhig macht…

  • Stille -

 Verbunden mit Menschen aus allen Völkern, in vielen Sprachen, über Grenzen hinweg befehlen wir uns dir an und beten gemeinsam: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Lied: EG 432,1-3 „Gott gab uns Atem“

Orgelspiel: Christina Ziegler, Aufnahme: E. Arndt, Orgel St. Aegidienkirche/Hülsede

1. Gott gab uns Atem, damit wir leben. Er gab uns Augen, dass wir uns sehn. Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn. Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

2. Gott gab uns Ohren, damit wir hören. Er gab uns Worte, dass wir verstehn. Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön. Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

3. Gott gab uns Hände, damit wir handeln. Er gab uns Füße, dass wir fest stehn. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn.Text: Eckart Bücken 1982 Melodie: Fritz Baltruweit 1982

Segen:

 Empfangt den Segen des Herrn. Geht und lebt unter seinen Frieden: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden. Amen

 

Ich grüße Sie/Euch ganz herzlich aus dem Pfarrhaus Lauenau,

Roland R. Ressmann, Pastor, Lauenau im Mai 2020

Geistlicher Impuls zum Sonntag Jubilate

für den 3. Mai 2020 von Pastorin Annette Baden-Ratz

Hier finden Sie den Impuls.

Zum 2. Sonntag nach Ostern

Impulse von Pastorin Annette Baden-Ratz

Impulse zum Hirtensonntag.

Gottesdienst am 1. Sonntag nach Ostern

von Superintendent Andreas Kühne-Glaser

Hier geht es zum Gottesdienst in Schriftform.

Hier geht es zum Video des Gottesdienstes auf der Seite von Johannis-Rinteln.

Gottesdienst für Ostersonntag

von Superintendent Andreas Kühne-Glaser

Hier geht es zum Oster-Gottesdienst.

Gottesdienst zum Karfreitag mit Superintendent Andreas Kühne-Glaser

Video-Gotttesdienst zum Palmsonntag mit Superintendent Andreas Kühne-Glaser

Gedanken zum Palmsonntag, 5. April 2020

von Annette Baden-Ratz

Ganz anders

Wie ein König – oder heute würde man sagen: wie ein Popstar - so wird Jesus in Jerusalem begrüßt.

Die Menschen bereiten ihm einen begeisterten Empfang. Sie werfen Kleider auf den Weg. Jesus reitet darüber wie über einen roten Teppich.

Sie schneiden Palmzweige von den Dattelpalmen, winken damit wie mit einer Fahne und werfen auch sie auf den Weg.

Sie rufen zu Jesus: „Hosianna!“ „Rette doch“, bedeutet das. Aber auch: „Sei gesegnet, du Nachkomme von dem großen König David!“

Die Menschen am Straßenrand, sie hoffen, dass jetzt alles anders wird! So vieles gibt es, wovon sie sich Rettung und Heilung ersehnen.

Die römischen Besatzer, die das Volk ausquetschen. Könnte Jesus nicht eine Widerstandsbewegung anführen?

Krankheit, Leid, Tod – Jesus hat doch immer wieder gezeigt, dass er Macht hat, Leiden zu beenden.

Armut und Ungerechtigkeit: Endlich soll Schluss damit sein.

Die ganzen Sehnsüchte und Wünsche der Menschen: mit den Kleidern und Palmzweigen fliegen sie vor Jesus auf die Straße. Und wenn er darüber reitet, sieht es so aus, als wäre alles schon gut, als wäre all das Elend schon besiegt!

Am Ende allerdings: Da werden sich einige enttäuscht abwenden.

Jesus setzt sich nicht an die Spitze einer Widerstandsbewegung.

Er führt nicht mit einem Schlag das Reich Gottes ein.

Und nicht mal sein eigenes Leiden kann er verhindern: Er stirbt am Kreuz wie ein Verbrecher. Gescheitert – oder?

Manche aber ahnen, dass Jesus „ganz anders“ König ist.
Er reitet auf einem Esel nach Jerusalem – auf dem Arbeitstier der armen Leute.

Er zaubert das Leiden der Welt nicht weg, sondern erlebt selbst, wie es sich das anfühlt, das Leid.

Von Gottes Reich hat er immer wieder so erzählt: „Es ist schon da, aber noch im Verborgenen. Man muss es suchen wie einen Schatz. Und es wächst – aber langsam. So wie ein Samenkorn auch Zeit braucht, bis ein großer Baum daraus geworden ist.“

 

In der Karwoche, die vor uns liegt, gehen wir mit Jesus auf den Weg.

Vom umjubelten Einzug in Jerusalem am Palmsonntag folgen wir Jesus zum Gründonnerstag – das letzte Abendmahl mit den Freunden, Einsamkeit im Garten Gethsemane, Gefangennahme -bis in das Dunkel des Karfreitags.

Vielleicht begegnen wir auf diesem Weg auch den eigenen wechselnden Stationen unseres Lebens:

Jubelnde Zeiten, wo wir gefeiert haben, fröhlich verbunden mit anderen;

Zeiten des Abschieds, voll Schmerz und Einsamkeit;

Zeiten im Dunkel, die wir nicht wieder erleben wollen.

Aber auch darin sind sie zu finden, die Zeichen der Hoffnung, manchmal verborgen
wie ein Samenkorn.

Die Freude von damals, sie wohnt in mir als gute und stärkende Erinnerung.

Im Abschiedsessen Jesu mit den Jüngern höre ich sein Versprechen: „Ich bin immer da!“

Und in den Karfreitagen dieser Welt, da will ich die Hoffnung nicht loslassen: Das letzte Wort behält der Schöpfer von Himmel und Erde, er, der die Welt ins Licht rief.

Kommen Sie gut und behütet durch die neue Woche!

Pastorin Annette Baden-Ratz, Klinikseelsorgerin in der BDH-Klink Hessisch Oldendorf

Bildquelle: planet-glauben.de/Themenschwerpunkt/Ostern/Ostern_2015/Jesu_letzte_Tage.php

Pastor Roland Ressmann aus Lauenau

Andacht für den 6. Sonntag in der Passionszeit - Palmsonntag 05. April 2020

 

Begrüßung

Manche Wege sind anstrengend, führen bergauf. Manche Wege sind schwer, weil man sich unsicher ist was einen am Ende des Weges erwartet oder wer einen erwartet. Jesus zieht nach Jerusalem. Er wird überschwänglich begrüßt, später wendet sich das Blatt. Jerusalem wird zum Ort seines Todes. Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, die „stille Woche.“ Deutlich stiller ist es auch in unseren Tagen. Die Corona-Pandemie lässt uns innehalten, Leben, unser Alltag geschieht leiser, geschieht mit „angezogener Handbremse.“ Palmsonntag, ein besonderer Tag. Ich begrüße Sie alle ganz herzlich, da wo sie gerade sind. Wir sind versammelt an verschiedenen Orten, aber doch als eine Gemeinde. Wir feiern Gottesdienst, im Namen des Vaters und des Sohnes und verbunden durch den Heiligen Geist. Amen

Lied: EG (Evangelisches Gesangbuch) 91,1-5 „Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken“

 

Mediation (vgl. Stephan Goldschmidt-Denn du bist unser Gott)

Hosianna - so jubeln dir die Menschen zu. Hosianna dem Sohn Davids!

Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!

Du kommst nach Jerusalem, ziehst ein in die Stadt Gottes. Wie ein König wirst du begrüßt, die Menschen beugen ihre Knie, sie huldigen dir, legen ihre Kleider in den Staub und Palmen auf den Weg. Doch bald werden sie nicht mehr jubeln, sie werden rufen: „Kreuzige, kreuzige ihn!“

Du kommst zu uns Menschen und doch trittst du anders auf, als wir es denken, du reitest auf einem Esel, du sitzt nicht hoch zu Ross, trägst nicht die Kennzeichen der Macht. Du enttäuschst unsere Erwartungen, lässt dich nicht benutzen für unsere Ziele.

Du kommst auch zu mir, in unscheinbarem Gewand, du kommst anders, als ich es mir wünsche, enttäuschst auch meine Hoffnungen und Träume. Will ich mich dir öffnen, will ich dich empfangen, will ich dir das Hosianna singen, nicht nur heute, sondern auch morgen?

 

Tagesgebet

Komm, o mein Heiland Jesus Christ, meines Herzen Tür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein; deine Freundlichkeit auch uns erschein…

Herr, barmherziger Gott, du siehst, wo wir stehen: Am Wegesrand, in unseren Häusern, in Krankenhäusern und Altenheimen… An den Orten des Lebens, an den Orten des Abschieds, verzagt, mit schwacher Hoffnung in diesen Tagen. Zum Jubeln ist uns nicht zumute. Wir klagen dir unsere Not, die Not der Welt, bitten dich um Heilung und Trost. Wir brauchen Rat, wir brauchen dein Wort, dass uns in die Zukunft weist. Lass es uns so hören, dass es unser Herz erreicht. In der Stille sind wir vor dir… Amen

 

Evangelium des Tages: Johannes 12, 12-19

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: 

Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): „Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.“ Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. 

Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

 

Liebe Leserinnen und Leser, liebe sonntägliche Gemeinde,

da klatschen Menschen in unseren Tagen, bilden Spaliere in Krankenhäusern, wenn Menschen - nach überstandener Coronaerkrankung - geheilt entlassen werden. Menschen klatschen gemeinsam in Innenstädten, am Abend an Fenstern und Balkonen, ein DANKE an Menschen in medizinischen Einrichtungen… die menschenmögliches tun, um zu helfen und zu heilen. Ihnen gilt der Dank. Jetzt in der Krise - auch zukünftig - nach der Krise!? Mein Blick schweift immer wieder ab, ich denke in diesen Tagen auch an Menschen in Italien und Spanien, in New York, ich denke an Menschen in den Armutsvierteln dieser Welt. Was passiert mit ihnen, wenn der Virus über sie hineinbricht, wer ist dann für sie da…? Wer ist für die am „Wegesrand“ da, die sonst auch im Abseits stehen. Wenig beachtet, ohne Lobby, ohne Krankenversicherung, ohne Fernsehkameras?

Menschen stehen damals am Wege und jubeln einem Mann zu. Immer wieder jubeln Menschen Menschen zu. Stars und Sternchen, mit und ohne roten Teppich. Daumen hoch!

Jesus zieht mit seinen Freunden hinauf nach Jerusalem, er ist nicht alleine unterwegs. Viele Menschen sind in festlicher Stimmung, freuen sich auf die Tage in Jerusalem. Vielleicht hat einer plötzlich angefangen, zu klatschen, zu rufen, Palmzweige in die Hand zu nehmen. Es werden mehr und mehr, ein Raunen geht durch die Menge, lauter werden die Stimmen: „Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!“ Ob eigentlich alle wissen, wen sie da begrüßen? Egal, wenn alle rennen und klatschen muss was dran sein… Sensationslust, Ergriffenheit, ungläubiges Staunen, Begeisterung erfassen die Menschen. Sie hatten „Unglaubliches“ von diesem Wundertäter gehört, seine Zeichen waren schon erstaunlich. Einen Toten, den „Lazarus“ aus Bethanien soll er wieder zum Leben auferweckt haben. Die Kunde davon ging rasant schnell durch die Orte, durch die „sozialen Netzwerke“ damals, also von Mund zu Mund. Bethanien, „Haus des Elends“, dort ereignet sich vor dem triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem etwas stilleres. Ein besonderer Liebesdienst. Wellness, schön und wohltuend, doch auch seltsam, weil dieser „Liebesdienst“ etwas vorwegnimmt. Verwunderung, gar Empörung bei den Freunden Jesu über diese Verschwendung. Im Haus des Elends passieren seltsame Dinge. Die Evangelien berichten davon, der Evangelist Markus berichtet so davon (Markus 14,3-9): 3 Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. 9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

Was könnte man mit all den Geld nicht Gutes tun!? Den Armen helfen… Ein gutes Argument, damals wie heute. Wer sollte widersprechen. Einer widerspricht. „Sie hat ein gutes Werk an mir getan.“ Jesus sieht etwas, was seine Freunde (noch) nicht sehen können oder wollen. Der, der sich wie kein anderer um die am Wegesrand, die Außenseiter, Kranke, Arme… gekümmert hat und kümmern wird lässt diese Wohltat der Salbung mit kostbarem Öl an sich geschehen. Liebe rechnet nicht, sie handelt, wenn es der Augenblick erfordert. Nicht die „ganze Welt“ vor Augen - auch nicht „alle Armen“ - sondern den einen Menschen. Die Frau handelt, ohne mit den Wimpern zu zucken oder eine Gewinn- und Verlust-Rechnung aufzustellen. Erkennen, was gerade dran ist. Damals zurzeit Jesu. Heute in Zeiten der Corona-Pandemie, aber nicht nur dann! Erkennen, wer gerade Hilfe braucht. Der Staat handelt, Menschen handeln in Nachbarschaften. Erkennen wer Unterstützung braucht beim Einkaufen, durch gute Worte, ein „Ich-denk-an Dich“, einen Brief, ein „Livestream“, tatkräftiges Zusammenrücken „auf Distanz“ … durch Achtsamkeit untereinander, Besonnenheit in den Supermärkten. „Nardenöl“ kann so unterschiedlich ausgegossen werden. Es ist jetzt nicht die Stunde, wo jeder sich am Nächsten ist. Im Haus des Elends, in Bethanien geschieht etwas, was schon auf Jesu Passion, seinen Tod hinweist. Das „Kreuzige ihn“ steht schon am Horizont. Bald wird es stiller werden um den Mann von Nazareth. Die Frau, ihr handeln soll in Erinnerung bleiben. Das ruft Jesus seinen Jüngern, ruft er uns zu. Wir treten mit Palmsonntag in die Karwoche ein. Stehen am Wegesrand, ziehen mit ein nach Jerusalem und wissen nicht recht wie uns zumute ist. Die österliche Freude ist (noch) weit weg. Wird sie sich überhaupt in diesen Tagen einstellen? Was kommt, wie geht es weiter? Wann geht es wieder bergauf?

Mir hilft in diesen verworrenen Tagen ein Lied aus unserem Evangelischen Gesangbuch. Ein Gebet. Es ist wie ein hoffnungsvoller Seufzer. Vielleicht ist das der angemessene Weg in die Passionszeit. Nicht wissen, was kommt und doch auf die Zukunft hoffen. Seit vielen Jahren ist dieses Lied ein treuer Gefährte und vertrauter Wegbeleiter. Es ist ein echter „Welterfolg“. Es wird in Königshäusern und auf Straßen, in Kirchen, auch in Stadien, in Kathedralen sowie in Blechkirchen von Elendsvierteln gesungen, manchmal auch nur still gebetet. „Abide with me“ von Henry Francis Klyte aus dem Jahr 1847. Die bekannte Melodie schrieb William Henry Monk (1861). Wir kennen es vielleicht in der deutschen Fassung von Theodor Werner (1952). Sie finden es unter der Nummer EG 488 in unserem Gesangbuch. Christine Ziegler hat es in diesen Tagen an der Orgel von St. Aegidien mit Hilfe von Eckhard Arndt für uns als Audiotitel eingespielt:

488:1 Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein. Es kommt die Nacht, die Finsternis fällt ein. Wo fänd ich Trost, wärst du mein Gott nicht hier? Hilf dem, der hilflos ist: Herr, bleib bei mir!

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. Amen

Fürbitten und Vaterunser(vgl. www.michaeliskloster.de/aktuelles/2020/03-16-gottesdienst-zeitgleich)

 

Gott. Wir sind verbunden.  Als Menschen mit Menschen. Als Glaubende miteinander. Als Glaubende und Menschen mit Dir.

Gott. An diesem Morgen bitten wir Dich: Schüttele den Sand aus unseren Seelen. Binde den Esel an vor unserer Haustür. Lass ihn grasen dort.  Komm herein, über unsere Kleider und unser Grün.  Iss mit uns und schüttele den Sand aus unseren Seelen.  Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen. Heute.

Stille

Wir denken an alle, die wir lieben. Wie werden sie diese Woche bis Ostern verleben? Was tun sie gerade?

Stille.

Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind.

Stille.

Wir denken an alle Kranken. Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können.

Stille.

Wir denken an alle, die helfen. Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander.

Stille.

Gott. Wir sind Deine Menschen. Wir sind miteinander verbunden. Atmen die Luft Deiner Schöpfung. Beten zu Dir in allem, was ist.  Beten zu Dir mit den Worten, die uns im Herzen wohnen:  Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Hände öffnen und laut sprechen: Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.                             

 

Herzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Lauenau, Gottes Segen und Gesundheit Ihr/Euer Roland R. Ressmann, Pastor - Lauenau – Hülsede – Messenkamp

 

Gedanken von Pastorin Sabine Schiermeyer

Ein Blick aus meinem Arbeitszimmer in den Minigarten zwischen Pfarrhaus und Gemeindehaus. Die zufällige Kombination an meinem Fenster bringt zusammen, was gar nicht zusammen gehört. Ein übriggebliebener Weihnachtsstern, den ich nicht abgenommen habe, leuchtet im Sonnenlicht. Wir erinnern uns? Familienbesuche, volle Weihnachtsmärkte, Trubel in den Geschäften, schönstes Adventssingen unter der Sternendecke in St. Nikolai - Erinnerungen aus einer anderen Welt. Das Kreuz schiebt sich in den Stern. Wir sind noch in der Fastenzeit vor Ostern. Und verzichten plötzlich auf so viel mehr, als wir uns jemals vorgenommen hätten. Es ist ein Kreuz mit dem Corona-Virus. Es liegt schwer auf unseren Schultern. Und ich wünsche mir, dass der es mitträgt, der es damals in Jerusalem am Karfreitag auf der Schulter hatte. Und dahinter leuchten gelb die Forsythien. Die Amsel baut ihr Nest, als ob nichts wäre. Meine Augen gehen vom Schreibtisch immer wieder ins Himmelsblau. Frühling - Ostern - neues Leben aus dem Tod - selten habe ich das so sehnsüchtig erwartet wie in diesem Jahr. Bleibt behütet!

Fotokarte von Diakonin Aika Feldmann

Pastor Roland Ressmann aus Lauenau

Andacht für den Sonntag Judika, den 5. Sonntag der Passionszeit - 29. März 2020

 

Die Glocken in St. Aegidien/Hülsede und in St. Lukas/Lauenau läuten am Sonntag zu den gewohnten Gottesdienstzeiten.

Liebe Leserinnen und Leser, liebe sonntägliche Gemeinde,

weiterhin sind wir betroffen von der Corona-Pandemie, erleben Verunsicherungen, Begrenzungen, Not und Abschied genauso wie Besonnenheit, solidarisches Handeln in unseren Orten und kluges Handeln in Politik und in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Institutionen. Wir sind dankbar für die „Helden des Alltags“, die unter großem Einsatz „den Laden“ am Laufen halten, die für uns „kämpfen“ für eine Zeit nach der Corona-Krise.

Der Sonntag Judika hat seinen eigenen Blick auf die Passion Jesu. „Gott, schaffe mir Recht… und errette mich“, Psalm 43 gibt die Blickrichtung an. Genauso wie der biblische Wochenspruch aus Matthäus 20,28: „Der Menschensohn ist nicht gekom-men, dass er sich dienen lasse, sondern das er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“

Es ist Sonntag, wir halten inne, sind versammelt in unseren Häusern, an unterschied-lichen Orten, verbunden mit Christinnen und Christen, Menschen in aller Welt. Wir kommen mit unserem Dank und unseren Sorgen. Wir wollen uns bewusst machen, welchen Weg Christus für uns gegangen ist. So sind wir als Hoffnungsgemeinschaft einander zugewiesen. Im Namen Gottes, der Himmel und Erde geschaffen hat. Im Namen Jesu, dem wir nachfolgen. Im Namen des Heiligen Geistes, der uns Mut macht zum Glauben und zur Hoffnung, der uns tröstet und bestärkt. Amen

Lied zum Nachschlagen und Mitsingen: EG (Evangelisches Gesangbuch) Nr. 398,1.2 „In dir ist Freude!

 

Gott, schaffe mir Recht

und führe meine Sache wider das unheilige Volk

und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

 

Denn du bist der Gott meiner Stärke:

Warum hast du mich verstoßen?

 

Warum muss ich so traurig gehen,

wenn mein Feind mich dränget?

Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten

und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

 

dass ich hineingehe zum Altar Gottes,

zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,

und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

 

Was betrübst du dich, meine Seele,

und bist so unruhig in mir?

 

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. Psalm 43, EG 724

 

  • Stille -

A: Jesu Christus, unser Herr, wir singen dir Lob.

E: Wir singen dir –

Allein und mit schwacher Stimme

aber wir sind nicht allein.

Wir sind getrennt von unseren Freundinnen und Freunden,

verzichten auf soziale Kontakte.

A: Aber wir singen nicht allein. Du bist bei uns.

 

A: Jesus Christus, unser Arzt, wir rufen zu dir.

E: Wir rufen zu dir --

in Sorge um die Kranken -

aber sie sind nicht allein.

Wir rufen zu dir mit bangem Herz,

in Trauer um geliebte Menschen.

A: Aber wir rufen nicht allein. Du bist bei uns.

 

A: Jesus Christus, unsere Freude, wir hoffen auf dich.

E: Wir hoffen unter deinem Geleit

und bitten um Schutz und Schirm für alle

die pflegen, forschen, retten.

Wir bitten um Frieden in unserem Land, bei den Nachbarn, in Syrien und an der griechischen Grenze.

A: Aber wir hoffen nicht allein. Du bist bei uns.

 

A: Jesus Christus, unser Tröster, wir singen, wir rufen, wir hoffen.

Alleine und gemeinsam loben, beten, glauben wir.

 

  • Stille -

 

Dir vertrauen wir uns an,

heute, morgen und jeden neuen Tag.

Amen.                              (vgl. www.michaeliskloster.de/aktuelles/2020/03-16-gottesdienst-zeitgleich)

 

Liebe sonntägliche Gemeinde, liebe Brüder und Schwestern, liebe Freunde,

„Schaffe mir Recht“, im Sinne von Psalm 43,das ist nicht derRuf einer Ellenbogen-gesellschaft, die immer wieder und zuerst das eigene Glück, den eigenen Vorteil, den eigen Gewinn, den eigenen Lifestyle und Ego als das Maß aller Dinge betont und auch lautstark einfordert. Es ist - zu allen Zeiten - vielmehr der Ruf von Menschen in Not, in Grenzerfahrungen, in täglicher Sorge um das Überleben, in Unterdrückung gegenüber Willkür… Es ist der Ruf gegen alle Rechthaberei, gegen alle frommen Floskeln, gegenüber Gewalt, Intoleranz und Vorurteilen. „Schaffe mir Recht“, das klingt fordernd, mit dem Unterton der Verzweiflung, der Hoffnung auf eine gerechte Rechtsprechung, einer gerechten „letzten Instanz.“ Das hebräische Wort, das dem zugrunde liegt, bedeutet so viel wie „Recht herstellen, Recht durchsetzen“. Im Sinne von einem gerechten Urteil sprechen, wie auch jemanden zu seinem Recht verhelfen. In guten Zeiten sind unsere Gerichte in Deutschland voll u.a. mit Nachbarschaftsstreit und manchen Nicklichkeiten. Ein Richter seufzte mir gegenüber mal: „Mit was wir uns heutzutage alles rumplagen müssen. Soviel Nichtigkeiten, die man eigentlich leicht aus der Welt schaffen könnte…  ein mehr an gesundem Menschenverstand und der Wille, auch mal nachzugeben und zur Versöhnung wären gut.“

Im Moment erlebe ich in unserem Land viel Besonnenheit und respektvollen Umgang miteinander. Es ist die Stunde der „Helden des Alltags“, die Stunde des „Dankes“, an Menschen an der Kasse, gegenüber Menschen, die mit viel Engagement in unseren Krankenhäusern arbeiten, unseren Müll abholen, gut organisieren und regieren… Menschen, die sich an die Sicherheitsabstände halten sind in der deutlichen Mehrzahl, Menschen, die in Menschenverachtung ältere Leute anhusten die große Ausnahme. Ein großes Angebot an Unterhaltung, Mut-mach-Worten, Austausch, Konzerte… findet sich in den sozialen Netzwerken. Jetzt ist die Stunde des Miteinanders, Solidarität und Nächstenliebe bekommt einen neuen Wert, einen ganz anderen, neuen Klang. Am liebsten möchte ich mit der Gruppe Sportfreunde Stiller die Hymne „Applaus, Applaus“ in Dauerschleife spielen. Weiter erlebe ich Menschen nachdenklich, mich erreichen Mails oder ich werde „auf Distanz“ angesprochen: „Was hat uns die Krise zu sagen?“ „Was will er (Gott) uns damit sagen?“ „Müssen wir nicht generell, auch zukünftig, rücksichtsvoller miteinander umgehen, soziale Aufmerksamkeit nicht vergessen, Hilfsbereitschaft üben?“ „Sollte man nicht die Krise als Anlass nehmen, noch einmal neu über unser Wirtschaften nachzudenken, es muss in der Welt gerechter zu-gehen…?“ „Man vergisst so schnell, wie gut wir es in unserem Land noch haben!“ „Ich erlebe im Moment was wirklich wichtig ist, erlebe auch Entschleunigung.“ Stimmen, nicht repräsentativ, aber doch bei aller Sorge um wirtschaftliche Existenzen Stimmen, die wichtige Fragen aufwerfen und in die Zukunft weisen.

Christinnen und Christen glauben, dass unsere Zeit in Gottes Hand ruht. Das ist eine Haltung, die nicht die Hände in den Schoß legt. Es ist eine Haltung, die Gerechtigkeit übt, „Recht“ im Alltag zur Geltung verhilft und gleichzeitig darauf vertraut, das Gott in Krisen und durch die Krisen hindurch gegenwärtig ist. Wir nehmen das Leben fest in den Blick, auch wenn wir wissen, dass wir nur auf „Durchreise“ sind. Unser Leben ist Geschenk und Auftrag an unsere Schöpfung und Mitmenschen gleichermaßen. Frühlingszeit und Passionszeit. Helligkeit und Sorge um die weltweite Ausbreitung der Corona Pandemie und deren Folgen. Das Kreuz Jesu Christi und die vielen Kreuze, die uns im Leben begegnen. Manchmal ist ausweichen nicht möglich. Der heutige Predigttext aus dem Hebräerbrief 13 ist nur drei Verse lang (12-14), aber sehr gehaltvoll: 12 Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. 13 So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. 14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Gott ist bei den Menschen in und außerhalb der Stadt. „Draußen“, vor dem Tor. Da sind Menschen mit ihren Schicksalen, Menschen, die nicht dazugehören. All die Unzähligen in den Armuts- und Kriegs- und Krisenregionen dieser Welt, die an den Umständen leiden und auf Recht und Gerechtigkeit hoffen. Draußen sind Menschen, denen es an sozialen Kontakten fehlt, die in Unfrieden mit ihren Familien leben, Menschen, die krank sind, persönliche Notzeiten erleben… die „da draußen“ haben viele Gesichter. Die Passionszeit ruft uns in Erinnerung: Menschliches Recht ist immer unvollkommen, aber „da draußen“ ist der leidende Christus, ist Gott selbst. Als Hoffnungsgemeinschaft stehen wir bei den Menschen „draußen“ und stellen uns auf ihre Seite. Und ich tue das, was mir möglich ist, um menschliche Not und Sorge zu lindern, Trost, Halt, Hoffnung zu geben, Menschen in dieser Krisensituation eine „neue Stadt“ zu schenken. So erleben wir Zukunft, vielleicht auch einen ganz besonderen Frühling. „Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehen“ (EG 97,1).

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. Amen

 

Lied: EG (Evangelisches Gesangbuch) Nr. 97,1-6

 

Fürbittengebet (nach evangelisches-brevier.de):


L: Jesus Christus, du rufst uns zu dir. Aus dir können wir alles empfangen. Du bist unsere Hoffnung. Du bist voller Gnade und Wahrheit für alle, die sich nach dir ausstrecken. Dich rufen wir an.

A: Kyrie eleison.

 

Christus Jesus, du bist unser Leben. Du warst gehorsam bis in den Tod. Du bist die

Quelle geworden von allem Trost. Du bist für uns Weg und Wahrheit und Leben. Und

Auferstehung ist ganz in dir. Du bist unsere Versöhnung und unser Friede. Dich rufen

wir an.

A: Kyrie eleison.

 

L: Jesus Christus: Mühselig mit unseren Last und beladen von Schuld kommen wir zu dir. Du bist das Heil derer, die auf dich warten. Du bleibst die Hoffnung aller, die in dir

sterben. Du bringt Erfüllung für jede und jeden, die es mit dir wagen. Dich rufen wir

an.

A: Kyrie eleison.

 

L: Wir bitten dich: Schaffe dir durch die Macht deiner Gnade ein hörendes Volk, das

deine Botschaft gern aufnimmt, das immer wieder umkehrt zu dir und Früchte des

Geistes zu bringen vermag. Dich rufen wir an.

A: Kyrie eleison.

 

L: Stehe allen bei, die sich in Gefahr befinden, die bedrängt sind oder Not leiden. Umsorge die Kranken. Gewähre deinen Schutz den Schwachen, den Einsamen und Verlassenen. Schau auf jene, die keine Helfer haben. Dich rufen wir an und beten gemeinsam:


L: Vater unser

Hinführung zum Segen:

EG 171,2. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns in allem Leiden.
Voll Wärme und Licht im Angesicht,
sei nahe in schweren Zeiten.


Segen

L:: Der Herr segne uns und behüte uns // der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. // Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns, und schenke uns Frieden.


A: Amen.

 

Herzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Lauenau, Gottes Segen und Gesundheit Ihr/Euer Roland R. Ressmann, Pastor - Lauenau – Hülsede – Messenkamp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotokarten von Diakonin Aika Feldmann

YouTube-Channel der Evangelischen Jugend Grafschaft Schaumburg

Sehen, was die Jugend bewegt.

https://www.youtube.com/channel/UC9FJierWezeE8WJKkW-gayg

Andacht zum Sonntag "Lätare" von Pastorin Elisabeht Schacht-Wiemer, Exten-Hohenrode

Was für ein Bild!

 

Christus mit weit ausgebreiteten Armen und geöffneten Händen.
Vielleicht haben Sie es in der Zeitung gesehen
Die 30 Meter hohe Christus-Statue auf einem Berg im Süden der Stadt Rio de Janeiro ist an sich schon eindrucksvoll.
Nun wird nachts ein riesiger Globus auf die Brust des Jesus projiziert.

Die vom Corona-Virus bedrohte Weltin beschützenden Händen und an Jesu Herz gelegt – ein Trost, der uns allen gilt.
„Wir beten für Euch, wir denken an Euch, wir legen euer Wohl in Gottes Hände!“

Es ist ein bewegendes Zeichen für alle, die weltweit unter der Pandemie leiden.
In dieser Zeit müssen wir ja andere Wege finden um Gottes gute Nachricht unter die Menschen zu bringen, um Trost zu spenden.

Trost, der bitter nötig ist.

Wir können nicht direkt Worte sprechen, Berührungen sind nicht möglich, segnende Hände dürfen nicht aufgelegt werden.

Aber alle anderen Sinne sind ja wach:

Hören und Sehen, Lauschen und wahrnehmen, das können wir.
Sonntags läuten die Glocken zum Gebet.  Die Kirchentüren müssen leider geschlossen bleiben.
Ein Vater Unser aber können wir in dieser Zeit sprechen.
Anrufen können wir uns gegenseitig und fragen, wie es geht.
Tatsächlich einen Brief schreiben und diesen in den Briefkasten werfen.
Phantasie ist gefragt um sich zu begegnen.
Und ich denke, die Nachbarschaftshilfe  funktioniert ganz gut.

Cristo Redemptor – Christus, der Erlöser.

Er segne uns, er beschütze uns, er behüte uns! Bleiben Sie gesund!

Lied, Predigt und Segen zum Sonntag "Lätare"

von und mit Superintendent Andreas Kühne-Glaser zu finden unter

www.nikolai-rinteln.de

Der Wal und das Ende der Welt

ein Videobeitrag von Pastorin Sabine Schiermeyer, Rinteln

Abgesagt / Nicht abgesagt

Abgesagt ist ...

... die Vereinsfeier
... der Kinoabend
... das Schützenfest
... die Abendandacht
... das Fußballtraining
... die Jahresversammlung
... das Frauenfrühstück
... die Klassenfahrt
... der Besuch bei den Großeltern
... der Basar
... die Dorfwerkstatt
... das Doppelkopfturnier
... die Theatervorstellung
... die Urlaubsreise
... der Opernbesuch
... der Kindergottesdienst
....

Abgesagt ist nicht...

... der Frühling
... die Sonne
... das Singen der Vögel
... das Aufblühen der Bäume
... das Duschen am Morgen
... der Wein am Abend
... das Lachen der Kinder
... das Spiel mit dem Hund
... das Lesen
... die Liebe
... die Musik
... die Freundschaft
... die Fantasie
... das Gespräch
... die Hoffnung
... das Beten
... der Regenbogen als Zeichen von Gottes
   Treue und Nähe (1. Mose 9, 16+17)

Ich erinnere mich an eine Erzählung über eine Frau, die schwer krank war. Sie hat sich von ihrer Familie und all ihren Freundinnen und Freunden gewünscht, dass diese ihr jeden Tag eine kurze Mail mit einer Erfahrung schicken, die sie an diesem Tag glücklich gemacht haben. Der Wunsch wurde erfüllt, und so erschienen tatsächlich jeden Tag wunderbare Kurznachrichten auf ihrem Handy.
"Ob sie das denn aushalten könne?", wurde sie gefragt, "ob das Glück der anderen sie nicht noch unglücklicher machen würde?"

Es geschah das Gegenteil: Die Frau wurde auf Grund der Lebensfreude, die ihr auf diese Weise vermittelt wurde, immer vorfreudiger auf das Leben nach der Krankheit. Zudem konnte sie in allen Telefonaten, die sie führte, an die erhaltenen Nachrichten anknüpfen und z.B. nachfragen, wie es denn weiter gegangen sei. Das half ihr auch, die Situation, in der sie selbst gerade lebte, anzunehmen und sie als Herausforderung zu sehen.

Lasst uns in diesen Zeiten auf das Gute in unserem Leben besinnen und danach ausrichten. Ich bin mir ganz sicher. Die wesentlichen Dinge sind nicht abgesagt.

Andacht von Superintendent Andreas Kühne-Glaser

Hier kann die Andacht gehört werden.